Pädagogik

Kinder sind von Natur aus neugierig und interessiert an ihrer Welt. Sie wollen diese mit allen Sinnen begreifen. Wir bieten ihnen ein vielseitiges Erfahrungsfeld dafür an, ihre Umwelt kennen zu lernen und sich mit Vertrauen, Sicherheit und Wohlbehagen darin einzurichten.

Die Säulen der Waldorfpädagogik, aus denen wir unsere Handlungsleitlinien schöpfen, sind:

– Vorbild sein – Nachahmung ermöglichen

– Rhythmus und Wiederholung in den Abläufen des Tages, der Wochen und der Jahreszeiten erlebbar machen

– Individuelle Entwicklungsräume anbieten

– Achtsame Wahrnehmungspflege für die Bedürfnisse der Kinder gestalten

Vorbild und Nachahmung

Kinder lernen durch Nachahmung dessen, was sie sehen, hören und fühlen. Sie sind individuell in dem, was sie greifen, was sie berührt, für was sie sich interessieren und was sie für ihre Entwicklung brauchen. 

Unsere Aufgabe als Kindergärtnerinnen ist es, einen vielseitigen natürlichen Erlebnisraum zur Verfügung zu stellen. 

Rhythmus und Wiederholung

Kinder schöpfen Vertrauen und Sicherheit aus wiederkehrenden, klaren Strukturen. Sie möchten in überschaubare Prozesse eingebettet sein. Wir kommen diesem Bedürfnis nach und fördern es durch einen rhythmisch gegliederten Tagesablauf, eine klare Wochenstruktur mit charakteristischen Tätigkeiten und Mahlzeiten. 

Individuelle Entwicklungsräume

Kinder entdecken im Spiel die Lebensfreude und die Neugier, die Welt zu begreifen. Im Spiel entdecken sie ihre Stärken und Schwächen, sie treten in Kontakt und Verbindung mit anderen Kindern, sie erfahren und erweitern ihre Fähigkeiten. Sie lernen, sowohl in ihre eigenen Fähigkeiten zu vertrauen, als auch durch die Unterstützung und Hilfe anderer. Sie erleben, dass es Sinn macht, mit anderen Erlebnisse zu teilen und sich um etwas zu bemühen.

Wir fördern und unterstützen die Kinder, indem wir Raum und Zeit für das freie Spiel bereitstellen und Impulse geben: Durch Tätigkeiten in Haus und Garten, mit Geschichten, Puppenspielen und den Jahresfesten.

Achtsame Wahrnehmungspflege

Wir wollen die Kinder in ihren individuellen Bedürfnissen wahrnehmen. Das erfordert ein hohes Maß an Beobachtungskraft, an Reflexionsvermögen und Empathie.

Wir vermeiden Bewertungen und suchen durch regelmäßige Konferenzarbeit ein Gesamtbild des Kindes zu erstellen, an dem alle mitwirken, die mit dem Kind in Kontakt sind.

Es ist uns wichtig, dass sich die Kinder in ihrem Eigen-Sinn und Sein akzeptiert fühlen.

Was uns noch wichtig ist:

Wir verstehen Autorität als freilassende, aber Orientierung gebende Kraft.

Wir wollen:

– persönliche Autorität sein

– die Bedürfnisse der Kinder wahrnehmen, erkennen, annehmen, stillen

– respektvoll miteinander umgehen, eine ebenbürtige achtsame Haltung im Umgang mit den Kindern

– Wertschätzung aussprechen und Anerkennung zollen, so dass das Kind sich wertvoll fühlen kann

– Erziehung als Beziehungsaufgabe begreifen

– persönliche Grenzen wahren

– Gefühle benennen – es gibt kein richtig oder falsch

– Konflikte sofort klären mit allen Beteilgten

– Selbstbildung fördern, Widerstände gemeinsam bewältigen: „Was ich alleine nicht kann, das schaffen wir zusammen.“

Grenzerlebnisse zu erfahren bedeutet, dass wir die Kinder dabei begleiten, die Hindernisse zu bewältigen, anstatt die Hindernisse aus dem Weg zu räumen.